Ich habe immer wieder Phasen, in denen sauge ich alles, was das Thema Kreativität betrifft, gieriger auf als ein Kind, wenn es Süßigkeiten bekommt. So erging es mir auch bei den drei letzten Büchern, die ich von Austin Kleon gelesen habe und über die ich demnächst mehr berichte.

Austin, selbst kreativer Allrounder, beschreibt in seinem Buch „Keep Going“ zehn Tipps, um bei der Stange zu bleiben. Da einige von uns aufgrund der Corona-Pandemie ja gerade im Home Office arbeiten, dachte ich, dass ich diese zehn Tipps mal mit euch teile und meinen Senf dazugebe. Austin hat sie übrigens selbst auch in diesem Blogartikel geteilt, sie sind also lesbar, ohne das Buch gekauft zu haben – ich empfehle es euch aber dennoch, weil es sehr inspirierend ist, wenn man es liest.
Und irgendwie ist das auch fairer.

Let’s go:

1) Nimm jeden Tag für sich

Es gibt nur zwei Tage, die du nicht beeinflussen kannst: Gestern und Morgen. Aber heute kannst du etwas leisten, dich entscheiden, etwas erschaffen. Manchmal drücken dich die Sorgen vor dem nächsten Tag oder der Berg der To-Dos erscheint zu groß, sodass du gar nichts tust.

Denke nicht zu viel darüber nach. Setze dich hin, wenn du gerade Zeit hast, und folge deinem Bauchgefühl. Vergiss gestern und denke nicht an morgen.

2) Etabliere eine tägliche Routine

Routinen helfen unglaublich gut dabei, produktiv und kreativ zu sein. Ich bin dabei das beste Beispiel:

Ich bezeichne mich als Menschen, der Routinen hasst. Ich kann das auch nicht. Jeden Tag die gleiche Sache zu tun, ist mein Tod.

Auf der anderen Seite habe ich innerhalb von drei Jahren gerade einmal 15.000 Wörter an meinem Thriller geschrieben, immer nach der Prämisse „Ich schreibe, wenn ich Zeit dafür finde.“

Seit Dezember schreibe ich (endlich wieder) jeden Tag. Das ist nicht immer einfach. Ich stehe morgens auf, bevor die Kinder wach werden, in der Regel gegen 5 Uhr, und schreibe. Jeden Tag.
Na gut, nicht jeden Tag, denn manchmal verschlafe ich den passenden Zeitpunkt, um aufzustehen.

Seit ich diese tägliche Routine durchziehe, hat sich der Umfang meines Romans verdreifacht. In etwa zwei bis drei Monaten werde ich endlich das Wort „Ende“ tippen können. Und zwar nur Dank einer täglichen Schreibroutine.

3) Leg dir Listen an

Listen geben Struktur. Wenn man kreativ arbeitet, artet das nicht selten in Chaos aus. Man verzettelt sich oder – siehe oben – hat so viele Aufgaben im Kopf, dass man gar nichts mehr tut.

Listen sind so individuell wie du selbst und jeder muss für sich das passende System herausfinden. Ich persönlich möchte dir die Methode des „Bullet Journaling“ ans Herz legen. Das hat wenig mit den künstlerisch gestalteten Meisterwerken zu tun, die man oft mit dem Begriff verbindet. Die Bullet Journal Methode bedeutet in ihrem Ursprung eher, dass man all die Dinge aus seinem Kopf auf Papier bannt. Wie das geht, steht in diesem Buch, das ich euch sehr empfehle. Einfach mal ausprobieren!

4) Ohne Nachrichten aufwachen

Wie wachst du morgens auf? Weckt dich das Radio, vielleicht sogar zur vollen Stunde mit den Nachrichten?

Nach Austin Kleon ist das keine gute Methode. Ich persönlich kann es mir nicht vorstellen, von den Nachrichten geweckt zu werden, weil ich morgens einfach nur meine Ruhe haben will und es genieße, wenn mal niemand spricht (oder schreit oder Wutanfälle bekommt …).

Morgens Nachrichten zu hören – und übrigens auch, morgens Social Media zu frönen – kann deine Kreativität negativ beeinflussen. Du bist nicht ganz bei dir, du bist abgelenkt, dein Kopf wird schon vor dem ersten Gedanken zugeschüttet mit Informationen … Probier mal einen Tageslichtwecker aus oder zumindest einen Wecker mit Ton.

5) Flugmodus nicht nur beim Fliegen

Stell dir vor, du kannst den Flugmodus deines Handys auch benutzen, wenn du mit beiden Beinen fest auf der Erde bleibst.
Zum Beispiel morgens, um gleich an den vorigen Tipp anzuschließen. Ich mache ein Foto für Instagram am Morgen und lege das Handy in der Regel dann zur Seite oder öffne die App „Forest“ und zwinge mich so zur Konzentration.

Oder lass dein Handy einfach mal zu Hause, wenn du zum Beispiel spazieren gehst (mehr dazu gleich). Langeweile und keine Ablenkung sind Triebfedern deines kreativen Muskels!

6) Spiele!

Mache manche Dinge einfach nur, weil sie Spaß machen, ohne an eine mögliche Vermarktung zu denken oder darüber zu sinnieren, wie du sie wann wo mit wem teilen könntest. Schreibe nur für dich, male nur für dich, spiele Gitarre oder komponiere ein Lied. Häkle, bastle, töpfere. Hab Spaß! Es tut gut, kleine „geheime Projekte“ nur für sich selbst zu haben, die man mit niemandem teilt.

7) Räume auf, wenn du verzweifelst

Es wird immer wieder vorkommen, dass dich Zweifel plagen. Sei es an deiner Kunst oder an dir als Person, an deiner Karriere oder deinem Leben. Zweifel gehören dazu. Letztlich helfen sie dir sogar, besser zu werden.

Wenn du gerade in einer solchen Phase bist, kann es helfen, auszumisten und aufzuräumen. Verzichte dabei auf Musik, Fernsehen und Hörbücher oder Podcasts. Beschäftige deine Hände und lasse den Gedanken in deinem Kopf freien Lauf. Es hilft oft, einen Knoten zu lösen, wenn man sich einfach mal die Zeit nimmt, den Kopf auszuschalten.

8) Nickerchen wirken Wunder

Das ist ein Tipp, bei dem viele von uns nur müde lächeln können, weil es kaum umsetzbar ist, aber: Austin Kleon empfiehlt, ab und zu kurze Nickerchen zu machen (10-15 Minuten Power Nap). Danach fühlt man sich ausgeruht und oft energiereicher als vorher und dein Gehirn hatte kurz Zeit, sich zu sammeln.

Vielleicht bist du ja sogar produktiver, wenn du beispielsweise von deinen 60 Minuten Zeit, die du zum Kreativsein hast, eine Viertelstunde zum Nickern benutzt. Probieren kann man es ja mal.

9) Gehe an die frische Luft!

„Dämonen mögen keine frische Luft“ steht in dem Buch (ein Zitat von Ingmar Bermann, schwedischer Drehbuchautor und Regisseur) und dieses Bild finde ich superschön. Bisher habe ich es selbst noch nicht geschafft, morgens vor dem Schreiben rauszugehen (ein einziges Mal konnte ich mich überwinden), aber es hilft auch schon, sich einfach ein paar Minuten (z.B. mit dem ersten Kaffee) an das geöffnete Fenster zu stellen und die frische Luft zu atmen.
Übrigens empfehlen Gesundheitsexperten, morgens als Erstes ein Glas lauwarmes Wasser zu trinken. Das gleiche den Flüssigkeitsverlust der Nacht aus und wirkt auf den Körper wie Koffein.

10) Beende den Tag auch wirklich

Du kannst nicht mehr leisten als das, was du tust. Es bringt nichts, sich nach einem Arbeitstag oder nach einer kreativen Phase zu wünschen, dass sie anders gelaufen wäre. Dass du mehr geschafft hättest. Dass du ein anderes Projekt bearbeitet hättest.

Morgen hast du wieder die Chance, kreativ zu sein. Beende den Tag mit einem guten Gefühl. Sei stolz auf dich.

So, das waren die 10 Tipps, die hoffentlich helfen, deine Kreativität zu befeuern. Welchen Tipp fandest du am hilfreichsten?

3 Comments

  • YLRKGIMHsD Posted 22. Oktober 2020 18:34

    DXKyYPduErRLVS

  • BEjnzrKRpDhqxL Posted 10. Oktober 2020 04:34

    tMCakmngVXv

  • Tinka Posted 14. April 2020 07:55

    Die meisten Tipps kenne ich tatsächlich schon, aber es waren einige Inspirationen da – immerhin habe ich jetzt einen Balkon, den sollte ich auch nutzen! xD Morgens ist es echt frisch, aber der Blick auf den kleinen Bach am Morgen … Danke für die Inspriation!

    Das mit dem Social Media am Morgen, habe ich selbst schon bemerkt. Daher poste ich aktuell nur, nachdem ich geschrieben habe und nicht direkt nach dem Aufstehen 🙂 Das wirkt echt wunder.

    Leider habe ich auch festgestellt, dass es immer nur das eine zu geben scheint … Aktiv auf Beiträge anderer zu reagieren oder selbst produktiv zu sein und dies zu teilen … Und damit sinkende Reichweite. Ist das wirklich so, oder fällt das jetzt über Ostern nur so auf 😀 Kannst gerne mal darüber bloggen, was du dazu denkst 🙂

    Liebe Grüße, Tinka

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