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ANNIKA BÜHNEMANN

kreativ leben . frei bleiben . minimal werden .

Wie 5 Hausmittel alle deine Chemikalien ersetzen

Wie 5 Hausmittel alle deine Chemikalien ersetzen

Der Herbst ist da, und mit ihm seine Stürme, der Regen, die Zeiten der Kuscheldecken und warmen Kakaos.

Ich bin kein besonders esoterischer Mensch, doch ich mag die Vorstellung, dass man die Jahreszeiten für gewisse Dinge benutzt:

Im Frühling erblüht und erwacht alles. Neue Pläne werden geschmiedet, man mistet zu Hause aus, räumt um, richtet sich auf eine neue Zeit aus.

Im Sommer wächst und gedeiht das, was man zuvor gesät hat. Man genießt das Sein, ist bei sich selbst und nimmt aktiv und voll am Leben teil. Wir sind produktiv, kreativ, energiegeladen.

Im Herbst fährt die Energie langsam zurück. Zeit, sich von Dingen zu trennen, die man irgendwie doch nicht gebraucht hat. Wir sind bereit, neue Dinge zu erlernen und sammeln sozusagen Vorräte für die Wintermonate: einerseits wortwörtlich, wenn man zum Beispiel die Ernte aus dem eigenen Garten einfährt, aber auch sprituell. Dinge wie Achtsamkeit treten mehr in den Vordergrund.

Im Winter ist die Zeit der Ruhe und der Einkehr. Es ist okay, zu Hause zu sitzen und sich mit seinem Leben zu beschäftigen. Wir überlegen, wo wir aktuell stehen, wo wir hin wollen und wie wir das schaffen können.

Herbst: Zeit zum Ausmisten

Ausmisten kann man eigentlich immer und das Thema erstreckt sich über so viele verschiedene Gebiete, dass ganze Bücher dazu geschrieben worden sind. Ich möchte mich in diesem Artikel mal mit so etwas Profanem wie Drogerieprodukten beschäftigen. Eine Möglichkeit, Geld zu sparen, Plastik zu sparen, eine kinderfreundlichere Umgebung zu schaffen und auch noch minimalistischer zu werden, ist schlicht und einfach: zu reduzieren.

Wenn ich mal nur die Reinigungsmittel zähle, die in unserem Haushalt herumstehen, komme ich auf 17 unterschiedliche Produkte, teilweise in mehrfacher Ausführung. 15 davon sind in Plastikpackungen verpackt. Eine Auswahl:

  • Klarspüler (Spülmaschine)
  • Geschirrspültabs (2 verschiedene Sorten)
  • Scheuermilch (eine Variante in flüssig, eine in fest)
  • Allzweckreiniger (diverse: Zum Wischen, extra für Laminat, zum Sprühen)
  • Keramikreiniger
  • Kalklöser
  • Rohrfrei-Granulat für Toiletten
  • WC-Reinigungsmittel
  • Waschpulver
  • Hygienespüler
  • Fensterreiniger
  • Ofen- und Kaminreiniger
  • und so weiter.

Hinzu kommen andere Drogerieprodukte wie Shampoos, Duschgels, Rasierschaum, Deos, Haarspray, Zahnpasta, Schminke und andere Dinge, die im Bad rumliegen.

Ziemlich viel Plastik. Ziemlich viel Chemie. Und ziemlich viele potenzielle Gefahrenquellen für meine Kinder.

Es geht einfacher.

Ich liebe es ja einfach: Pizza Margherita ohne Gedöns; einfache Brötchen statt unaussprechliche Körnervariationen; einfach nur Seife statt Lavendel-Kamillen-Kokos-Vanille-Duschgel.

Umso neugieriger war ich, als der Amazon-Algorithmus mir das Buch „5 Hausmittel ersetzen eine Drogerie„* vorschlug. Ich las hinein, war überzeugt und kaufte es.

Mittlerweile benutze ich tatsächlich fast ausschließlich nur noch diese 5 Hausmittel für alles, was im Haushalt anfällt und verzichte somit nicht nur nahezu komplett auf „industrielle Chemikalien“ (ganz im Sinne meiner Kinder), sondern bin auch einen großen Schritt näher in Richtung „plastikfrei leben“ gegangen.

Ich hätte gerne früher davon erfahren und möchte diesen Artikel nutzen, um dir die Hausmittel vorzustellen und dich zu animieren, dich im Herbst von Plastik zu trennen. Brauche deine bisherigen Chemikalien auf und ersetze sie durch die folgenden Dinge (wenn du es probieren möchtest):

Diese 5 Hausmittel wirken Wunder

Bestimmt hast du schon von den folgenden Hausmitteln gehört, vielleicht stehen sie sogar bei dir im Regal. Ich war zunächst skeptisch, ob beispielsweise Essig wirklich so viel kann, wie das Buch verspricht, aber bisher kann ich nur Positives berichten. Auch wenn man sich zu manchen Dingen erst überwinden muss (Zähne putzen mit Kernseife?!), ein Blick ins Buch lohnt sich.

Es geht um diese Geheimwaffen:

Essig

Bisher habe ich Essig in erster Linie zur Zubereitung von Salatdressing benutzt und die konzentrierte Variante „Essigessenz“, wenn unser Hund mal Durchfall auf dem Teppich hatte. Dass Essig aber ein unglaublicher Alleskönner ist, hat mich wirklich überrascht. Unter anderem kannst du beispielsweise Tafelessig (umweltfreundlich in Glasflasche) für Folgendes benutzen:

  • Weichspüler für Wäsche
  • Universalreiniger zB zum Wischen oder als Fensterputzmittel
  • Geruchskiller zB für Mülleimer oder Kühlschränke
  • Klarspüler in Spülmaschine
  • Deodorant (Apfelessig)
  • Bei Halsschmerzen
  • Bei Fuß- oder Hautpilz
  • Entkalker für Kaffeemaschine (je nach Hersteller geeignet oder nicht)
  • Klebeband (in Kombination mit anderen Zutaten)
  • und so weiter

Natron

Ein paar Päckchen Natronpulver standen ohnehin in meinem Schrank, ich wusste nur bisher nicht wirklich etwas damit anzufangen. Zwar steht auf der Packung das Versprechen „für Küche, Haus und Reise“, aber ich habe mir nie die Mühe gemacht und mich damit beschäftigt.

Bis jetzt.

Natron neutralisiert Säure, was ihn zu vielen Zwecken befähigt, unter anderen hierzu:

  • Backpulver
  • Gegen Sodbrennen (gerade in der Schwangerschaft bei mir immer wieder ein Thema)
  • Gegen Blasenentzündungen
  • Gegen Halsschmerzen und bei Erkältung
  • Bei Sonnenbrand und Insektenstichen
  • Gegen geschwollene Füße (auch wichtig für viele Schwangere; wird mit Essig kombiniert)
  • Trockenshampoo
  • Badebomben
  • Deodorant
  • Allzweckreiniger
  • Scheuermittel (z.B. bei eingebrannten Lebensmittelresten)
  • Teppich-/Polsterreiniger
  • Toilettenreinigung
  • Backofenreiniger
  • Raumerfrischer

(Wasch)Soda

Soda gehört zu den Dingen, die bisher nicht in meinem Haushalt anwesend waren. Ehrlich gesagt hatte ich auch keine Ahnung, was Soda eigentlich sein sollte. Ich verband damit bisher eher Mineralwasser.

Aber nein, wir sprechen hier von Waschsoda oder „reine Soda“ in Pulverform. Ideal, wie der Name sagt, um Wäsche zu waschen, aber auch hierfür (bzw. gegen diese Dinge):

  • Spülmittel für Geschirrspüler (mit Natron und Zitronensäure)
  • Verstopfte Rohre
  • Schweißgeruch
  • Angebranntes entfernen
  • Verschmutzungen von Textilien
  • Toilettenreiniger
  • Herdplattenreiniger
  • Dinge aufhellen, zB vergilbte Fensterrahmen
  • Reiniger gegen Flecken, z.B. bei Badewannenrändern

Soda und Natron sind chemisch ähnlich aufgebaut und auch für ähnliche Anwendungen geeignet, aber Soda reagiert empfindlicher mit Feuchtigkeit, weshalb es als Reinigungsmittel, beispielsweise für Wäsche, noch besser geeignet ist.

Achtung: Natürlich sollte Soda von Kindern unerreichbar aufbewahrt werden.

Übrigens: Natron wird manchmal auch als „Backsoda“ bezeichnet und meint damit NICHT unser Waschsoda, sondern schlicht das Natron von gerade eben.

Zitronensäure

Zitronensäure kommt nicht nur in Zitronen vor, sondern ist auch die Säure in Äpfeln, Kirschen, Birnen und anderen Obstsorten. In reiner Form kann man sie flüssig oder in Pulverform kaufen und beispielsweise für folgende Dinge gebrauchen (oft in Kombination mit den anderen Mitteln):

  • Entkalken (Armaturen, Wasserkocher, Kaffeemaschine, …)
  • Geschirrspüler (mit Natron und Soda)
  • Klarspüler
  • Backofen- und Mikrowellenreiniger
  • Entfernung gelber Schweißflecken in Textilien
  • Aufhellen von Textilien, z.B. bei weißen Hemdkragen oder Blusen
  • Weichspüler bei heller Wäsche (da aufhellend)
  • Badepraline
  • Kopflausmittel
  • Haarkur
  • Gesichtsmaske
  • Toilettenreiniger

Kernseife

Wenn ich an Kernseife denke, dann wandere ich gedanklich in die Fünfziger Jahre und sehe Hausfrauen beim Schrubben ihrer Kinder. Kernseife war lange Zeit das einzige Körperpflegemittel, bevor industrielle Shampoos, Duschgels, und so weiter auf den Markt kamen.

Zwei Dinge finde ich wichtig zu wissen:

  1. Kernseife ist nicht rückfettend, das heißt, es kann bei manchen Menschen die Haut austrocknen und eignet sich daher nicht für jeden als Körperpflege. Wer dennoch plastikfrei(er) sein will, greift auf Naturseifen zurück.
  2. Viele Kernseifen werden aus Tierfetten (Rinder- oder Schweinetalg) hergestellt oder benutzen Palmöl. Die Kernseife aus dem smarticular-Shop ist nicht rückfettend (wichtig für die Nutzung als Reiniger) und verzichtet auf tierische Fette sowie Palmöl.

Kernseife kannst du für diese Dinge nehmen:

  • Körperreinigung (bedingt, siehe oben)
  • Flüssigseife zum Händewaschen (bedingt, siehe oben)
  • Gegen Pickel (lokal angewandt)
  • Entfernung von Splittern oder starker Hornhaut
  • Waschmittel für Wäsche (mit Natron und Soda), flüssig oder fest
  • Vorbehandlung bei starken Flecken wie Grasflecken
  • Mittel gegen Blattläuse
  • Edelstahlreiniger
  • Herdreiniger
  • Zahnpasta (ja, wirklich! Es gibt aber auch andere Alternativen, beispielsweise aus Natron und Kokosöl – informiert euch auch über die Zugabe von Flourid)

Back to the roots

Im Grunde ist die Verwendung der oben genannten Mittel eine Rückbesinnung auf alte Zeiten. Meine Oma hat sicherlich bereits Kernseife und Natron verwendet. Ich finde es erstaunlich, wie viel weniger Plastik ich damit verwende und fühle mich auch sicherer, weil ich auf weniger gefährliche Mittel aufpassen muss (natürlich sind diese Hausmittel bei uns unter Verschluss, aber ihr wisst ja, dass es immer wieder vorkommt, dass Kinder irgendwie doch an Waschmittel, Spülmittel oder Allzweckreiniger geraten).

Außerdem fühle ich mich besser, seit ich weniger auf Chemikalien und mehr auf Naturprodukte setze. Natürlich bin ich noch laaaaange nicht am Ende der Reise angelangt, aber jeder Schritt auf dem Weg fühlt sich gut an.

Was sind deine Erfahrungen? Ist dir das alles zu „öko“ oder willst du das eine oder andere mal ausprobieren?

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